"Als 1938 die Bebauung der Siedlung Fermersleben endete, waren bis auf die geplanten Neubauten an der nördlichen Straßenseite der Felgeleber Straße alle im Siedlungsplan von 1927 und 1928 respektive im Bebauungsplan von 1930 vorgesehenen Gebäude ausgeführt worden. Damit war gleichzeitig dem Nutzungsflächenplan zur Bauordnung vom 1. 10. 1928 Rechnung getragen worden, der für die bebaute Fläche die ausgeführte reine Wohnnutzung vorsah. Die verbliebenen Restflächen zwischen Wohnsiedlung und Eisenbahngelände wurden, wie im Nutzungsflächenplan gefordert, nicht mit Wohngebäuden bebaut. Für diesen immissionsbelasteten Bereich sah der Nutzungsflächenplan vom 1.10. 1928 die industrielle Nutzung 2b vor, d.h. eine Nutzung in Form von Lagerplätzen, Gärtnereien etc.. Dieser Auflage entsprechend wurde 1930 auf dem Gelände die Kleingartenanlage "Am Steinlagerplatz" angelegt und der bestehende städtische Steinlagerplatz beibehalten".*
"Wie für viele Kleingartenanlagen zutreffend, wurden auch in Fermersleben die Gärten auf Flächen mit geringem Nutzungsdruck bzw. eingeschränkter Nutzbarkeit angelegt.
Unmittelbar angrenzend an intensiv genutzte Industriebereiche im Norden und westlich angrenzend an das Bahngebiet des Buckauer Rangierbahnhofs entstand bereits 1906 die Kleingartenanlage "Fort 1", die 1922 um die Kleingartenanlage "Dreieck" erweitert wurde. Als die erste Gartenanlage gegründet wurde, war das Fort 1 noch nicht geschleift und das angrenzende Areal noch nicht bebaut. In dem zwischen Bahn und Fort gelegenen Geländezwickel wurde die "Buckauer kleine Gärten-Anlage" errichtet, die, wie der Name schließen lässt, zur Nutzung durch die Buckauer Bevölkerung gedacht war. Die größere Kleingartenanlage "Am Steinlagerplatz" aus dem Gründungsjahr 1930 grenzt ebenso unmittelbar an den Rangierbahnhof im Westen, wie sie im Süden von großen Industriebereichen begrenzt wird.
Die Kleingartenanlagen bilden im gewissen Maße eine "Pufferzone" zwischen stark immissionsbelasteten Bereichen und dem Wohngebiet. Ihre Wertigkeit als ökologischer Funktionsträger ist im Zusammenhang mit den baumbestandenen Innenhöfen der Siedlung zu sehen, die eine Fortsetzung im Grünbereich der Elbniederung erfährt. Dieser Zusammenhang sollte nicht nur visuell, sondern auch räumlich erlebbar gemacht werden, indem eine teilweise Öffnung und Zugänglichkeit der Gartenanlagen für Nicht-Kleingärtner erzielt wird. Damit würde gleichzeitig die Komponente des Erholungswertes auf einen größeren Bevölkerungskreis ausgedehnt und der Aspekt der Sozialwirksamkeit der Kleingartenarbeit gesteigert. In beiden Anlagen befindet sich je eine kleine Gaststätte, die bereits jetzt Treffpunkte nicht nur für die Kleingärtner sind, und die durch eine begrenzte Öffnung der Gartenanlagen eine positive Belebung erfahren können". *
Noch ein Hinweis in eigener Sache: Sollte noch jemand Bildmaterial oder andere Unterlagen zur Geschichte der Gartensparte besitzen, würde ich das gerne mit in die Webseite aufnehmen.
* Quelle: Siedlung Fermersleben von Ute Schmidt-Kraft